Mittwoch, 4. September 2013

[Die Story hinter dem Buch] Sandra Henke - Das Lustroulette


heute:


Sandra Henke - Das Lustroulette

 




Das lasterhafte Vegas
schafft die perfekte Kulisse
für einen soft SM-Roman.

Als mir die Idee zu einem erotischen Roman über ein frivoles Roulette kam, wusste ich sofort, dass er nur in Las Vegas spielen konnte. Wo sonst dreht sich alles um (Glücks)Spiele? Zudem heißt die Stadt nicht ohne Grund Sin city. Offiziell ist Prostitution in Nevada verboten, aber in Vegas gehört käuflicher Sex zum Alltag wie Hochzeitskapellen, Magiershows und Junggesellenabschiede. Auch das Verbrechen hat in der Stadt eine lange Tradition.

Als Valentine aus ihrem klimatisierten Wagen stieg, hatte sie das Gefühl, sich durch warmen Sirup zu bewegen. Kurz legte sie ihre Handtasche auf dem Dach ab, um ihr Auto abzuschließen. Das Blech glühte. Dann eilte sie vom Angestelltenparkplatz zum Personaleingang des Decadency, eines der kleinsten, aber exklusivsten Kasinos der Spielerstadt. 

Seit Jahren gibt es in SM-Geschichten immer wiederkehrende Settings, wie einschlägige Clubs oder Spas mit Sonderservice. Ich versuche, um Klischees einen Bogen zu machen oder sie zumindest in einem neuen Licht darzustellen.

Der Vorhang war an einem Balken aus schwarzbraunem Holz befestigt, in den ein Bildhauer kunstvoll den Satz Ludi incipiant einkerbt hatte. „Die Spiele mögen beginnen“, murmelte Valentine.

In meinem neuen Roman geht es um einen Freundeskreis, der sich im Separee eines Kasinos trifft. Gemeinsam testen sie ihre Grenzen aus, in einer Umgebung, die ihnen Sicherheit und Schutz vor den Augen Dritter bietet. Allerdings schafft es Val, einen Blick in den Raum zu werfen, und ist so überrascht über das, was sie sieht, dass sie fast vergisst, zu atmen.

Wie gebannt schaute Valentine auf den Roulette-Tisch im Hintergrund. Eine Frau lag darauf. Auf dem Rücken. Sie trug nur Strapse, schwarze Nylonstrümpfe und Lackstilettos. Ihr Kopf hing herab. Während der Mann, der vor ihrem Gesicht stand, ihre Handgelenke festhielt, stieß er seinen Schaft in ihren Mund.

Moral ist eine Frage der Definition
und in BDSM heißt sie:
Safe, sane and consensual.

Aber natürlich geht es nicht nur um Erotik in „Das Lustroulette“, sondern vor allen Dingen um Liebe. Die erste Begegnung von Valentine und Rhys findet unter frivolen Umständen statt, sodass in ihrer Beziehung von Anfang an, Lust eine zentrale Rolle spielt. Aber auch Abnabelung und Selbstverwirklichung, das Ausleben von Träumen und Fantasien, das Loslassen von Konventionen, Regeln zu brechen und Grenzen auszuloten, Schmerz zuzulassen, wenn dieser Erregung auslöst und die Frage, ob die Liebe das Spiel von Dominanz und Unterwerfung unmöglich macht.

Plötzlich fiel ihr ein Mann hinter dem Spieltisch auf. Weil er nicht die außergewöhnliche Ménage à trois direkt vor sich betrachtete, sondern Valentine anstarrte. Sein stechender Blick ging ihr durch und durch. Er machte den Eindruck, sehr kontrolliert zu sein. Seine Haltung drückte eine Selbstsicherheit aus, die Val selten bei Menschen festgestellt hatte.
Das Letzte, was Val sah, war, wie sich seine Mundwinkel zu einem spöttischen Lächeln hochzogen. Nicht etwa, weil er sie beim Spannen erwischt hatte, dann wäre er wohl eher erbost gewesen. Sondern weil er von ihrer Erregung wusste. Als könnte er in ihren nassen Slip schauen. Ihre Lust riechen. Und ihre harten Brustspitzen spüren.

Aber Zügellosigkeiten, wie sie in Las Vegas an der Tagesordnung sind, bringen eben nicht nur Spaß, sondern auch Probleme mit sich. Und es stellt sich die Frage, ob es nicht zu gefährlich ist, sich einem Fremden hinzugeben, ja, ihm sogar sein Herz zu schenken, obwohl man nichts über ihn weiß.

Val schritt an Jacob (ihrem Chef, Rhys’ Freund) vorbei, weil sie glaubte, alles wäre geklärt, doch er sagte: „Aber ich warne dich, verliebe dich nicht in Rhys Snowden.“

Aber nicht nur Rhys hat ein Geheimnis, auch Valentine selbst. Sie bemüht sich mit aller Kraft, es vor ihm zu hüten, weil sie befürchtet, er würde sie sonst nicht wiedersehen wollen. Doch das scheint auf Dauer unmöglich.

Ihr Schwächeanfall nach ihrer Session hatte ihn beunruhigt. Er hatte sie doch gar nicht hart rangenommen. Dennoch musste er wohl behutsamer mit ihr umgehen und sie genau beobachten, um sie nicht zu überfordern. Vielleicht brütete sie nur etwas aus. Womöglich war ein grippaler Infekt die Ursache für ihren Schwindel gewesen. Eventuell verheimlichte sie ihm aber auch den Grund.

Aber eine Beziehung basiert auf Vertrauen, ebenso SM-Sessions. Wie Val und Rhys es schaffen, diese Basis aufzubauen, welche tabulosen Abenteuer sie erleben und was genau es mit dem Lustroulette auf sich hat, müsst ihr selbst lesen. ;o)

geschrieben von Sandra Henke



  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (9. September 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453545575
  • ISBN-13: 978-3453545571



Der Spätsommer scheint heiß zu werden :)



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