Dienstag, 15. Oktober 2013

[Rezension] Babendererde, Antje - Julischatten

Sim alias Simona wird von ihren Eltern zu ihrer Tante nach Amerika geschickt, um dort die Sommerferien zu verbringen. Leider wohnt diese nicht in New York oder San Francisco, sondern in einem Indianerreservat im Nordwesten der USA. Sim ist überzeugt, dass sie vor Langweile sterben wird, doch dann stellt sie fest, dass ihr Tante eigentlich ganz cool ist und als sie die besten Freunde Jimi und Lukas kennen lernt, wird es alles andere als langweilig, denn Sim verliebt sich in Jimi, aber sie fühlt sich auch von Lukas angezogen.

Nachdem ich der Autorin letztens nach Thüringen gefolgt bin ("Isegrim"), habe ich mich gefreut, dass es nun wieder nach Nordamerika ging und ich eine weitere Indianerliebesgeschichte erleben konnte. Die bisherigen haben mir nämlich alle gefallen und "Julischatten" stellt keine Ausnahme dar, obwohl sie sich von "Der Gesang der Orcas" und "Indigosommer" unterscheidet. Die drei Hauptfiguren fand ich alle gut ausgearbeitet. Da ist zum einen Sim, die ihren ganz eigenen Kleidungsstil hat und es ihren Eltern nicht immer recht macht. Dann gibt es Jimi, den attraktiven Champion, der bei Frauen nichts anbrennen lässt, und Lukas, seinen besten Freund, der bei einem Unfall vor etlichen Jahren sein Augenlicht verlor. Es hat Spaß gemacht zu verfolgen, wie jeder mit der neuen Situation umgeht, wie sich Sim im Reservat einlebt und wie die Jungs auf sie reagieren. Der Indianeranteil der Geschichte kommt erneut nicht zu kurz. Babendererde beleuchtet sowohl alte Traditionen als auch die heutige Situation in den Reservaten glaubhaft und da ich eh ein Fan der Indianerwelt bin, packt sie mich jedes Mal aufs Neue.

Babendererdes Geschichten waren für mich bisher immer sehr romantische Liebesgeschichten zwischen einer Deutschen und einem Indianerjungen. Natürlich lief es nie ganz rund, schließlich müssen auch Probleme in der Geschichte auftauchen, aber der Grundton war oft romantischer Natur. In "Julischatten" findet man auch sehr viele Gefühle, aber eben nicht nur die rosaroten, sondern auch etliche negative Emotionen. Das Buch als "etwas härter" zu beschreiben, ist vielleicht etwas übertrieben, aber es geht schon ziemlich hoch her und die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund, egal ob es um Verrat, Drogen, Tod oder ähnliches geht. Das hat mir sehr gut gefallen und das Gesamtbild perfekt abgerundet.

Der Roman wird von Inga Reuters gesprochen, welche mir wirklich sehr gut gefallen hat. Ich mag ihre Stimme und die unterschiedliche Betonungen und Stimmfarben passt sehr gut zu dem Roman. Ich werde sicherlich noch weitere Hörbücher hören, in denen sie als Sprecherin auftritt.

Fazit: "Julischatten" habe ich von Anfang bis Ende genossen. Reuters trägt die Geschichte sehr schön vor und Babendererde entführt den Hörer erneut in ein Indianerreservat und präsentiert eine Liebesgeschichte mit zahlreichen Hochs, aber auch vielen richtig tiefen Tiefen. Ich bin froh, dass ich noch nicht alle ihrer Indianergeschichten kenne und somit noch ein paar vor mir habe, denn davon kann ich zurzeit nicht genug bekommen.

  • Audio: 4 CDs
  • Verlag: JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH (9. Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3833729309
  • ISBN-13: 978-3833729300
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
  • Verlag:



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen