Donnerstag, 3. Oktober 2013

[Rezension] Rhue, Morton - Über uns Stille

1962 in den USA. Die Angst vor einem Atomkrieg wächst. Als Vorsichtsmaßnahme lässt Scotts Vater einen Bunker in seinem Garten bauen, auch wenn ihn seine Nachbarn dafür eher müde belächeln. Scott fängt an sich näher mit der Thematik zu beschäftigen. Würde er es überhaupt rechtzeitig in den Bunker schaffen, wenn er beim Angriff gerade in der Schule säße? Wie lange müsste man in diesem Bunker ausharren? Wie wäre das Leben nach einem atomaren Angriff, wenn draußen alles verseucht und die Menschen ohne Bunker gestorben wären? Schon bald werden seine Gedankenspiele keine Theorie mehr sein und er wird die Antworten auf diese Fragen am eigenen Leib spüren.

Morton Rhue wurde in Deutschland durch seinen Roman "Die Welle" bekannt. Da mir dieses Buch damals sehr gefallen hatte, wollte ich unbedingt wieder etwas von Rhue lesen und habe mich für "Über uns Stille" entschieden. Im Roman ist Scott der Protagonist und Ich-Erzähler. In zwei verschiedenen Zeitebenen berichtet er über die Zeit vor dem Angriff, in der er, seine Familie und seine Freunde sich Gedanken um einen möglichen Atomkrieg und seine Folgen machen, und über die Zeit im Bunker. Meiner Meinung nach wurden die Empfindungen der Charaktere glaubhaft geschildert. Besonders die unterschiedlichen Einstellungen: Die einen rüsten auf und bereiten sich auf einen atomaren Angriff vor, die anderen ziehen diese Vorbereitungen ins Lächerliche, sind  beim Angriff jedoch auf einmal der Meinung auch ein Anrecht auf den Bunker einer anderen Person zu haben. Auch die Zeit im Bunker wird glaubhaft und erschreckend geschildert.

Der einfache Schreibstil und die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man das Buch sehr zügig lesen kann. Des Weiteren ist man gespannt, was passiert, ob es sich tatsächlich um einen atomaren Angriff handelt und wie das Leben von Scott, seiner Familie und seinen Freunden weitergehen wird. Genau dort setzte für mich das Problem ein, welches ich mit dem Buch hatte. Der Roman endet an einer Stelle, wo für mich die Geschichte noch lange nicht zu Ende erzählt war. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weiter ging und der Autor wählte einen einfachen Ausstieg, beendete das Buch und ließ damit die weiteren Geschehnisse offen. Dieses hat mich enttäuscht und unbefriedigt zurückgelassen.

Wie bereits geschrieben, empfand ich die Schilderungen über das Verhalten der Figuren sehr authentisch. Besonders in der Enge und Dunkelheit des Bunkers ging Rhue gekonnt auf die einzelnen Charaktere ein und zeigte verschiedene Reaktionsmöglichkeiten auf. Beim Inhalt hingegen war ich mir teilweise nicht sicher, wie glaubwürdig das Geschehen tatsächlich ist. Der Bunker scheint recht einfacher Bauweise zu sein. Trotzdem ist es möglich Luft in den Bunker hineinzulassen, die nicht verstrahlt ist. Außerdem gab es plötzlich nicht verstrahltes Wasser...

Fazit:  Das Buch lässt sich toll lesen, die Charaktere und ihre Gefühle im Bunker werden sehr glaubwürdig präsentiert und das Thema ist interessant, wenig in Büchern thematisiert und auch heute "Dank" vorhandener atomarer Waffen noch aktuell. Trotzdem konnte es nicht komplett überzeugen, da mich das Ende sehr gestört hat. Das mag aber mein "persönliches Problem" sein, deshalb würde ich trotzdem nicht von dem Buch abraten wollen und werde sicherlich noch weitere Bücher des Autors lesen.


  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Ravensburger Buchverlag; Auflage: 1 (1. Mai 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3473400815
  • ISBN-13: 978-3473400812
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Originaltitel: The Bomb
  • Verlag:



1 Kommentar:

  1. Hallo Claudia,

    das sollte ich mir vielleicht mal ansehen, denn ich habe relativ selten Probleme mit offenen Enden - kommt natürlich immer darauf an, wie es gemacht ist. ;-)

    Liebe Grüße
    MacBaylie

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