Montag, 18. November 2013

[Die Story hinter dem Buch] Gruber, Andreas - Herzgrab



heute:


Gruber, Andreas - Herzgrab

 




Lieber Andreas, worum geht es in deinem Thriller „Herzgrab“?

Die Wiener Privatdetektivin Elena Gerink ist dafür bekannt, dass sie bisher jede verschwundene Person gefunden hat. Diesmal bekommt sie den Auftrag einer jungen Italienerin, deren vor einem Jahr verschwundenen Vater zu finden, einen Maler, dessen letztes Ölgemälde gerade für mehrere Millionen Euro versteigert wurde. Die Suche führt die beiden Frauen in die schwüle Hitze der Toskana.

Gibt es in „Herzgrab“ wie auch in deinen vorherigen Thrillern auch wieder zwei Handlungsstränge?

Genau. Die Kapitel sind miteinander verzahnt. Elena Gerink und ihre Auftraggeberin treffen in der Toskana auf Elenas Ex-Mann. Er ist Entführungsspezialist beim BKA und deshalb in Italien, weil er nach einer vermissten Österreicherin sucht. Die beiden Fälle überschneiden sich, und Elena und Peter Gerink müssen zwangsläufig zusammenarbeiten.

Wie bist du auf die Idee zu „Herzgrab“ gekommen?

Die Idee mit dem Gemälde – mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, da es ein zentrales Handlungselement ist – hatte ich schon lange. Aber ich habe „Herzgrab“ erst nach den Thrillern „Rachesommer“ und „Todesfrist“ geschrieben, weil die Arbeit daran viel mehr Rechercheaufwand bedeutete und das Buch auch das bisher umfangreichste ist, das ich geschrieben habe.



Warum ausgerechnet Toskana, Italien?

Ich arbeite neben meinem Job als Schriftsteller fünfzehn Stunde pro Woche im Büro eines Pharmakonzerns in Wien. Die Konzernmutter hat ihren Sitz in Italien und deshalb bin ich öfters dort und habe auch viel mit Italienern zu tun … was nicht immer einfach und erfreulich ist. Capisce? Und in „Herzgrab“ habe ich die Gelegenheit genützt, etwas über die Art und das Auftreten der Italiener zu schreiben, und wie mein Wiener Ermittlerduo damit klar kommt, was nicht immer reibungslos abgeht.

Wie lange hast du an dem Buch gearbeitet?

Am Exposé bin ich etwa drei Monate gesessen, und die Recherchen haben mich auch einige Monate in Anspruch genommen. Geschrieben war der Roman dann in einem Jahr und anschließend habe ich ihn zehn Testlesern gegeben und das Buch überarbeitet.

Wer sind diese Testleser?

Meine Frau, Freunde und Autorenkollegen. Diesmal war auch die Programmleiterin vom Goldmann-Verlag unter den Testlesern, und ich war froh, dass sie sich die Zeit genommen hat, denn auch sie hat einige wertvolle Tipps und Hinweise zur Story geliefert.

Gibt es eine Anekdote während deiner Arbeit am Buch?

Mein Chef im Wiener Büro ist einer meiner Testleser. Er hat bloß einmal gemeint, dass wenn der Roman jemals ins Italienische übersetzt werden sollte, ich mich lieber schon jetzt um einen anderen Job umsehen müsse.
Und eine Autorenkollegin, die das Buch vorab gelesen hat, hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich an einer Stelle die Namen zweier Figuren miteinander vertauscht habe, schließlich kommen viele Nebencharaktere in der Handlung vor. Ich habe daraufhin den Ermittler Peter Gerink einen Stammbaum malen lassen, der im ersten Drittel des Romans abgebildet ist. Ich hoffe, der hat nicht nur mir, sondern auch den Leserinnen und Lesern geholfen.



Wird es eine Fortsetzung geben?

Nein, „Herzgrab“ ist ein abgeschlossener Roman. Mit dem Wiener Versicherungsdetektiv Peter Hogart und dem niederländischen Profiler Maarten S. Sneijder habe ich bereits zwei Serien, die mich zeitlich ausfüllen. Zwischendurch gönne ich mir die Arbeit an abgeschlossenen Romanen, weil es Spaß macht, komplett neue Figuren zu erfinden.

Hattest du Mitspracherecht beim Cover?

Grundsätzlich nicht, aber ich habe bereits im Vorfeld den Goldmann-Verlag darum gebeten, ob sie das Coverdesign ähnlich wie beim vorherigen Thriller „Todesfrist“ anlegen könnten, zumindest was den Schriftzug betrifft, damit es beim Leser einen Wiedererkennungseffekt gibt. Denn „Rachesommer“ beispielsweise sieht ja komplett anders aus.
Dass die beiden Covers dann tatsächlich sooo ähnlich waren, hat mich selbst überrascht. Der erste Coverentwurf beinhaltete bloß ein Glas mit Pinseln und roter Farbe. Aber das war mir zu wenig konkret. Ich habe darum gebeten, ob es noch möglich wäre, zwischen den Farbpinseln ein Skalpell zu verstecken, weil das einen Hinweis auf die Handlung gibt und gut zum Thriller passt. Zum Glück sind sie meinem Wunsch nachgekommen, und somit sind die roten Farbspritzer auf dem Buchcover zweideutig.

Zweideutig inwiefern?

Selber lesen.

Danke für das Interview.

Gern geschehen.


  • Taschenbuch: 544 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (18. November 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442480175
  • ISBN-13: 978-3442480173




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1 Kommentar:

  1. Toller Blogpost, liebe Claudia.
    Da ich seit "Rachesommer" ein großer Andreas Gruber-Fan bin (der ja übrigens im Osten Österreichs lebt) bin, muss ich dieses Buch auch unbedingt lesen.

    LG
    Sabine

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