Freitag, 13. Dezember 2013

[Rezension] Groschupf, Johannes - Lost Places

Chris, Moe, Kaya, Steven und Lennart wollen das Leben genießen. Als Stress mit einem Türsteher dafür sorgt, dass das Partyleben schneller zu Ende ist, als geplant, streifen die fünf Jugendlichen durch Berlin und entdecken zahlreiche "Lost Places". Schnell finden sie Gefallen am Leben als Urban Explorer und erkunden alte, leer stehende Gebäude, wie Häuser, Fabriken und sogar ein Krankenhaus. Doch was sich zunächst aufregend und urig anhört, birgt auch eine große Gefahr, denn nicht alle leer stehenden Objekte sind tatsächlich verlassen. Das merken die Fünf spätestens, als sie auf die Bandidos stoßen.

Das Buch hat mich sofort angesprochen, denn die Idee Urban Explorers bei ihren Erkundungen von "Lost Places" zu begleiten, hat mich sehr neugierig gemacht, und das Cover versprüht bereits den mystischen und düsteren Charme, den ich mir erhofft hatte. Der Roman wird aus Sicht des Ich-Erzählers Lennart geschildert und Groschupf ist es gut gelungen, die jugendliche Sprache zu adaptieren und glaubhaft zu präsentieren. Die Passagen, die sich mit den verlassenen Gebäuden beschäftigen, haben mir wirklich sehr gefallen. Der Autor macht Lust auf Urban Exploring, zeigt aber auch die Risiken und Nebenwirkungen auf. Die erhoffte Atmosphäre hat sich dabei auf jeden Fall eingestellt. 

Leider war mir der "Lost Places"-Anteil zu gering. Einen sehr großen Teil nehmen auch der jugendliche Alltag und die Motorradgang Bandidos ein. Ersteres ist ganz normal, schließlich muss es in einem Jugendbuch auch um das normale Leben der Teenager gehen, und letzteres sollte die Spannung erhöhen, aber dadurch wurde der Fokus von den "Lost Places" genommen und das fand ich sehr schade, denn diese Idee hätte man gut vertiefen können.

Der Schreibstil ist flüssig und der Roman lässt sich gut lesen. Jedoch fand ich, dass die meisten Charaktere etwas farblos geblieben sind. Das ist besonders deshalb schade, da einige der Personen tatsächlich sehr interessant ausgearbeitet sind und viel Potenzial hatten. 

Fazit: Die Szene der Urban Explorers scheint zu wachsen, auch wenn ich davon im realen Leben noch nichts mitbekommen habe. Gerade deshalb hätte ich mir einen größeren "Lost Places"-Anteil im Roman gewünscht. Die Grundidee des Buches ist toll, aber die Umsetzung hat diese Grundidee nicht vollends ausschöpfen können, daher gibt es von mir noch ganz knapp 4 Sterne.


  • Broschiert: 250 Seiten
  • Verlag: Oetinger Taschenbuch; Auflage: 1 (1. November 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3841502482
  • ISBN-13: 978-3841502483
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Verlag:


Kommentare:

  1. Hi Claudia,

    ich fand es auch ein bisschen überraschend, dass ein großer Teil des Buches sich um diese Motorradgang, Gewalt und Drogen dreht. Allerdings muss ich echt sage, dass mir die Mischung wirklich gut gefallen hat.

    LG
    Anja

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  2. Sehr schöne Rezension :) ich will es unbedingt noch lesen *-*

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