Mittwoch, 24. Januar 2018

[Rezension] Green, John - Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

[Werbung] Da ich Buch-Cover mit einer Verlinkung zu Amazon einbaue (Affiliate-Link) und aus Überzeugung gerne Verlage, Autoren etc. verlinke, kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass ich für diesen Beitrag nicht bezahlt wurde und ihn aus freien Stücken veröffentliche.

Die 16-jährige Aza Holmes leidet unter Zwangsgedanken. Diese bestimmen ihren Alltag und führen immer wieder dazu, dass sie sich in Gedankenspiralen verliert. Eine neue Aufgabe bekommt sie, als der Milliardär Russell Pickett verschwindet und eine hohe Belohnung für sachdienliche Hinweise ausgesetzt wird. Aza und ihre beste Freundin Daisy beginnen mit der Suche bei Davis - dem Sohn des Milliardärs und ehemaligem Freund von Aza.


Ich habe das Hörbuch auf einer längeren Autofahrt gehört und muss zugeben, dass ich es während der ersten CD am liebsten abgebrochen hätte. Der Gedanke stellte sich mehrfach ein, aber da ich kein anderes Hörbuch dabei hatte, habe ich weiter gehört.

Ich mag Protagonisten, die nicht aalglatt sind, die Ecken und Kanten haben und aus der Masse hervorstechen. Aza ist so eine Figur, jedoch fand ich sie auf Dauer sehr anstrengend. John Green ist es glaubhaft gelungen Azas Krankheit eindringlich zu vermitteln. Man spürt, wie sie unter ihren Zwangsgedanken leidet, wie sie ständig innere Dialoge mit sich führt, wie sie dagegen ankämpfen will, aber meistens doch verliert. Diese Zwangsgedanken sind leider beinahe alles, was Aza ausmacht. Sie dominieren nicht nur ihr Leben, sondern auch den ganzen Roman. Wie gesagt ist es Green gelungen diese Krankheit nachvollziehbar zu schildern, aber dieses wäre auch erfolgt, wenn er den Umfang auf die Hälfte oder ein Drittel reduziert hätte.

Dann hätte Green jedoch ein Problem gehabt, die restlichen Seiten zu füllen, denn die Suche nach dem Milliardär, die im offiziellen Klappentext als Haupthandlung dargestellt wird, nimmt kaum Raum ein. Auch die Liebesgeschichte wird viel zu oberflächlich behandelt und Davis bleibt zu blass. Der Roman konzentriert sich nur auf Aza und ihre Zwangsgedanken. Dadurch wiederholt sich vieles und es mangelt an sonstiger Handlung, weshalb mich der Roman enttäuscht hat. Birte Schönink, die Sprecherin, hat mir gut gefallen und passt zu Aza. Sicherlich liegt es auch an ihrer Interpretation, dass Aza Zwangsgedanken so glaubwürdig erscheinen. Aber den Mangel an Handlung kann sie natürlich nicht auffangen.

Fazit: Der Roman fokussiert sich fast ausschließlich auf Azas Zwangsgedanken und das hat mir nicht gereicht, um mich gut zu unterhalten.

  • Audio: 6 CDs - ca. 450 Minuten
  • Verlag: Silberfisch; Auflage: 1 (30. November 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3867423970
  • ISBN-13: 978-3867423977
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Verlagsgruppe:

Liebe Grüße,
Claudia

Kommentare:

  1. Schade, dass dich das Buch nicht ganz überzeugen konnte. Mir hat es wirklich gut gefallen. Es ist ein berührendes Buch, welches sehr in die Tiefe geht. Ich glaube ich habe mir bisher bei noch keinem Buch so viele Zitate und Stellen markiert - einfach weil sie zum Nachdenken anregen.
    Möchte demnächst noch alle Bücher von John Green lesen.
    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hallo Sandra,
      immer wieder spannend zu sehen, wie unterschiedlich Bücher und Hörbücher wahrgenommen werden!
      Viel Spaß beim Entdecken von weiteren Büchern des Autors!
      LG Claudia

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