Samstag, 20. Januar 2018

[Stefanies Rezension] Simon, Teresa - Die Oleanderfrauen

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Gastrezension von Stefanie


Teresa Simons Roman „Die Oleanderfrauen“ ist kein Designerkleid, eher ein Stück von der Stange. Die Inhalte hat man alle schon einmal gelesen, die Zufälle zu unglaubwürdig (eine der Protagonistinnen sagt selbst: „Bisschen viel Zufall, was?“), die Zusammenhänge extrem vorhersehbar. Dennoch war ich selbst überrascht, dass ich das Buch einer sehr renommierten Autorin, die ich unter ihrem Originalnamen sehr gern lese, regelrecht verschlungen habe. Zum einen muss dies wohl am Schreibstil, zum anderen an der herzzerreißenden Lebensgeschichte der Sophie Terhoven gelegen haben. Daher bekommt der Roman, der m.E. vom Titelbild eher recht oberflächlich aussieht, der dann aber doch Tiefgang beweist, auch die volle Sternzahl und noch mehr, da ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ich habe keines der beiden anderen Bücher von Teresa Simon zuvor gelesen, muss ich auch nicht unbedingt, weil die Inhalte in allen drei Romanen sehr ähnlich klingen.

Zum Inhalt: Die Handlung entfaltet sich auf zwei Ebenen. Zum einen gibt es da die Kaffeeinhaberin Jule, die nebenbei noch „Ich schreibe dir dein Leben“ betreibt, ein Projekt, bei dem sie anderen hilft, ihre eigene Lebensgeschichte aufzuschreiben. Die ältere, kinderlose Johanna findet zu ihr mit dem Tagebuch der Sophie Terhoven, Tochter einer Kaffeedynastie im Vorkriegshamburg, die den Sohn der Köchin liebt und nicht mit ihm zusammen kommen darf. Die zweite Ebene ist das emotionsreiche, aber traurige Leben der Sophie Terhoven, das meist in Tagebuchform wiedergegeben wird. Dabei werden immer mehr Details enthüllt, die eine Verbindung zu vielen der in der heutigen Zeitebene lebenden Charaktere haben.

Wie gesagt, der Zufälle sind dies im Buch einfach gar zu viele. Richtig glaubwürdig kann dies daher nicht sein. Des Weiteren gibt es von Anfang an so viele kleine Hinweise, dass selbst ich direkt wusstse, worauf das Ende hinauslaufen würde, und ich bin kein guter Leser, was solche Zusammenhänge betrifft. (Beispiel: Ein Bruder sagt: „Als Johanna zu uns kam“ statt „Als Johanna geboren wurde.“). Am Schluss löst sich natürlich alles in Wohlgefallen auf, aber mit noch mehr Zufällen, die mir dann doch zuviel waren.

Die Geschichte der Sophie jedoch, die sich vor und im Krieg abspielt, zusammen mit ihrem besten Freund Malte, hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin lässt die beiden und auch Hannes so viele schreckliche Momente und Dinge durchleben, dass sie einem wirklich ans Herz wachsen. Gerade Sophie muss so viele Schicksalschläge hinnehmen, dass man ihr doch ein bisschen Glück gewünscht hätte, das ihr aber nicht zuteil wird.

Die Figur der Jule ist mir zu sehr Frauenroman-Figur ohne zuviel Tiefgang, aber sie passt gut ins Bild hier. Ich habe mich auch sehr gefreut, einige Rezepte hinten im Buch zu finden. Des Weiteren findet man hinten noch einige historische Informationen.

Fazit: Die Autorin versteht ihr Handwerk und hat mich hier voll und ganz überzeugen können. Vor allem die Ereignisse in der Vorkriegszeit, als die Lage sich immer mehr zuspitzte, fand ich sehr spannend. Die Handlung ist gut ausgearbeitet, am Ende bleibt nichts offen. Das Buch hat keine Seite zuviel und keine zuwenig. Und es steckt viel mehr drin, als ich erwartet hatte.

  • Taschenbuch: 544 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (9. Januar 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453421159
  • ISBN-13: 978-3453421158

Liebe Grüße,
Claudia

Kommentare:

  1. Oh ja, ein wunderbares Buch, welches auf jeden Fall eines meiner Highlights 2018 werden wird.

    LG

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    1. Wie toll, wenn man das Lesejahr mit so einem Highlight beginnt!
      LG Claudia

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