Mittwoch, 21. Februar 2018

[Stefanies Rezension] Ware, Ruth - Woman in Cabin 10

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Gastrezension von Stefanie


Erst einmal fragt man sich, warum „Woman in Cabin 10“ von Ruth Ware keinen deutschen Namen bekommen hat. Ausnahmsweise einmal wäre das ganz einfach gewesen (Wie wäre es mit: „Die Frau in Kabine 10“?). Ich mag es zwar nicht, wenn sinige Titel im Deutschen komplett verändert werden, aber warum hier gleich den Originaltitel behalten.



Ich habe Wares Thriller, der eher ein ganz spannender Krimi ist, in der Hörbuchversion des DAV (der Audio-Verlag) auf 2 mp3-CDs, gelesen von Julia Nachtmann, gehört. Es handelt sich hier um eine ungekürzte Lesung mit einer Länge von ca. 11 Stunden.

Zum Inhalt: Lo Blackwood scheint das große Los gezogen zu haben: Die Journalistin darf über die Jungfernfahrt des Luxuskreuzers 'Aurora Borealis' berichten und geht daher kostenfrei mit auf den Edeldampfer. Doch dann glaubt sie, Zeuge eines Mordes gewesen zu sein, und doch fehlt niemand an Bord. Es gibt nur zehn Passagierkabinen, und so ist alles extrem überschaubar. Dazu kommt, dass Lo viel Alkohol trinkt und Antidepressiva nimmt. Kann sie sich also alles nur eingebildet haben?

Letzere Frage, auf die der Tablettenkonsum aber herauslaufen soll, muss sich der Hörer kaum stellen, doch der Tablettenkonsum soll natürlich das Geschehen etwas mysteriöser machen (die Autorin hätte ja bis zum Schluss noch entscheiden können, ob Lo nur fantasiert). Durch die räumliche Begrenzung durch das Schiff, auf dem sich alles abspielt und die starke Eingrenzung der Personenzahl kann der Hörer natürlich jederzeit mitraten. So wird der Roman ein wenig zu einem Whodunit, was ich sehr gern mag.

Durch einige Logikfehler und die zweifelhafte Protagonistin krankt das Buch allerdings etwas. Lo Blackwood, scheint nicht nur naiv, sondern ich würde sie als regelrecht dumm bezeichnen. Oder Alkohl und Tabletten legen permanent ihren Verstand komplett lahm. Jemand wie Laura, die selbst permanent in Lebensgefahr schwebt, und das, seitdem sie den vermeintlichen Mord gemeldet und dann dies überall herumposaunt hat, macht wieder und wieder die gleichen Fehler, indem sie nicht ein einziges Mal an Konsequenzen denkt und immer allen, wirklich allen, klar macht, was sie weiß. Leider lernt Laura im Buch nicht aus ihren vielen, vielen Fehlern. Irgendwann denkt man sich nur noch, das kann gar nicht sein.

Der Anfang mit dem Eindringling verläuft vollständig im Sand und wäre hier nicht gebraucht worden. Ich dachte aber, die geniale Erklärung würde irgendwo am Schluss kommen; sie kam aber nicht. Ich könnte den Roman etwas umschreiben, so dass auch der Einbruch einen Sinn macht und passt. Hier hat sich die Autorin ein tolle Chance genommen.

Als Hörbuch ist „Woman in Cabin 10“ aber sehr gut zu hören, da eben die Zahl der Charaktere stark eingegrenzt ist und Lo Blacklock eigentlich immer im Mittelpunkt steht. Ob eine erwachsene Frau allerding so dumm sein würde, blauäugig immer wieder ihr Leben aufs Spiel zu setzen und nie vorsichtiger werden würde, wage ich zu beweifeln.

Fazit: Ruth Ware hat hier einen passablen, zum Teil recht spannenden Krimi geschrieben. Die Kritik vieler Leser kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe das Hörbuch aber sehr gern gehört und vergebe daher 4 Sterne, vielleicht sogar 4,5.

  • MP3: 1 CD - ca. 11h 4 min
  • Verlag: Der Audio Verlag (27. Dezember 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3742401955
  • ISBN-13: 978-3742401953
    http://www.der-audio-verlag.de/

Liebe Grüße,
Claudia

1 Kommentar:

  1. Meine Rezi zu diesem Buch habe ich gestern geschrieben und sie ist ähnlich. Vor allem habe ich mich auch gefragt, warum das Buch den englischen Originaltitel in der Übersetzung erhalten hat...das finde ich nicht gut.

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