Dienstag, 8. Mai 2018

[Die Story hinter dem Buch] Julia Fischer - Die Fäden des Glücks

[Werbung] Da ich Buch-Cover mit einer Verlinkung zu Amazon einbaue (Affiliate-Link) und aus Überzeugung gerne Verlage, Autoren etc. verlinke, kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass ich für diesen Beitrag nicht bezahlt wurde und ihn aus freien Stücken veröffentliche.


heute:


Julia Fischer - Die Fäden des Glücks

 


Eigentlich bin ich ja eine Stimme … Sprecherin beim Bayerischen Rundfunk in München schon von Kindesbeinen an, und ich lese auch richtig viele Hörbücher („Eat, Pray, Love“ von Elizabeth Gilbert, „Julia Durant“ von Andreas Franz; „Agatha Raisin“ von M.C. Beaton … Insgesamt so an die 100 bisher und meine eigenen Romane natürlich auch.)
© Julia Fischer

„Die Fäden des Glücks“ ist mein dritter Roman, das Schreiben hat mich einfach irgendwann gepackt. Wenn man so viel mit Texten anderer Autoren arbeitet, will man es eben auch mal versuchen.

Und das Genre? Liebesroman, stand gleich für mich fest. Schon mit meinem zweiten Roman hats mich dann nach Italien verschlagen, „Die Galerie der Düfte“ spielt in Florenz und der aktuelle, „Die Fäden des Glücks“, in Turin.

Wie kommt man bitte auf Turin? Die Älteren verbinden die Stadt mit FIAT und Industrie. Und so war das früher auch. Aber die Automobilindustrie hat heute nicht mehr den Stellenwert, die Olympischen Winterspiele 2006 haben Turin gepusht. Heute ist das Barockjuwel eine junge, lebendige, sehr italienische Stadt, die Universität prägt die Atmosphäre. So eine Mischung aus edel und lässig. Die Innenstadt wartet mit achtzehn Kilometern Arkadengängen auf, mit feinen Geschäften, weiten Plätzen, historischen Cafés und unzähligen Parks. Hier wurde der Wermut erfunden und mit ihm die Aperitivo-Kultur: ein gesellschaftliches Ereignis, das Ausklingen des Tages, Kontakte pflegen, sich Zeit nehmen, Cocktails trinken und Häppchen essen. Der Turiner geht erst danach nach Hause zum Essen.

Als ich am Florenzroman schrieb, entdeckte ich, dass Florenz in der Renaissance regen Handel mit Tuchen betrieben hat. - Nein, ich schreibe nicht historisch, aber ich recherchiere sehr, sehr gründlich und umfassend, weil ich möchte, dass meine Leser so ganz nebenbei viel von den Orten mitbekommen, an denen meine Romane angesiedelt sind. – Warum Tuche, hab ich mich gefragt? Weil die unweit, zwischen Mailand und Turin, am Fuße der Alpen produziert worden sind und heute noch produziert werden. Das weiche Wasser, das aus den Bergen kommt, ist ideal für die Herstellung, aber natürlich war die Wasserkraft auch wichtig für den Antrieb der Webstühle. Ich habe in „Die Galerie der Düfte“ dann eine junge Modedesignerin reingeschrieben, die aus der Gegend um Biella stammt, das bot sich an.

© Julia Fischer via shutterstock
Denn dort sind sie alle: Cerruti, Ermenegildo Zegna, Loro Pina und viele Webereien, die keine eigenen Kollektionen haben, und die man deshalb nicht kennt. Aber sie beliefern Hugo Boss, Armani, Chanel, Prada … kurz: alle Großen!

Ja, und so kam ich darauf, meinen Turinroman den Stoffen zu widmen. Ich erzähle eine Familie mit großer Weberei, eine schräge Gewandmeisterin an der Oper – Typ Effie Trinkert aus Panem – und meine Hauptfigur: Carlotta Calma, Damenschneiderin. Sie verändert die Frauen mit ihren Kleidern, schenkt ihnen Selbstwertgefühl, Selbstachtung, und macht sie mutiger. Sie ist als Kind gehänselt worden, weil sie dick war und ist auch heute kein Strich, aber sie hat gelernt damit umzugehen und sich gut zu fühlen.

Das ist doch verrückt, wie viel Wert wir auf Konfektionsgrößen legen oder eine Zahl im Pass! An der Oper ist das nicht so. Da spielen auch Frauen 50 plus noch Liebhaberinnen, da ist eine barocke Figur wichtig für die Stimmkraft und das Durchhaltevermögen. Da kommen sämtliche Nationalitäten zusammen, Religionen, Ansichten, ein buntes Völkchen, diese Künstler. Sollte so nicht die ganze Welt sein? Frei von Schubladen?

© Julia Fischer via shutterstock
Das ist der Ansatz meiner Liebesgeschichte, eine romantische Komödie, turbulent, leise, bunt, mal nachdenklich, aber immer leicht.

Und sollte jemand von euch NETFLIX Fan sein und die Serie Marco Polo gesehen haben, dann kennt er auch schon einen meiner Protagonisten, Lorenzo Richelmy, der junge Gott in der Hauptrolle – Schmacht!

Ich „besetze“ meine Figuren übrigens immer im Geiste mit real existierenden Schauspielern oder Charakteren aus Filmen und Serien. Das behalte ich aber für mich, feiert ruhig euer eigenes Kopfkino. 

© Julia Fischer via shutterstock
Noch ein Wort zur Recherche?
Ich fahre natürlich in die Städte, an die Orte, an denen meine Romane spielen, komme mit hunderten von Fotos wieder, Stadtplänen, Geschichtsbüchern ect. und suche im Netz. Für „Die Galerie der Düfte“ habe ich destillieren gelernt, für „Die Fäden des Glücks“ Nachhilfe im Schneidern genommen. Ich kenne die 100 Schritte der Stoffherstellung (im Groben) und war fleißig in der Oper. Während ich recherchiere kommen mir Ideen für die Handlung, daraus ergibt sich immer viel.

Ja, und wann schreibe ich nun, wenn ich doch die meiste Zeit im Studio verbringe? In jeder Lücke, an den Wochenenden, im Urlaub (kenne ich eigentlich nicht, das heißt Recherchereise), an Feiertagen und im Kopf dann weiter, wenn ich im Auto sitze, im Zug, eine Pause habe oder eben im Kino bin. Ich bastle ständig an der Handlung und meinen Figuren.


Diesmal wird’s übrigens „märchenhaft“, das hat sich aus den Opernbezügen ergeben. Carlottas Schneiderei heißt La Cenerentola, nach der Rossini-Oper vom Aschenputtel, es kommt ein altes, verwunschenes Haus vor, von Rosen überwuchert, ein Dornröschenschloss samt einem Erwachen … Ach, und Peter Pan ist ein Motiv, das immer wieder auftaucht. Wer kennt ihn, den Fingerhutkuss?

So, mehr verrate ich nicht. Hat jemand Lust zu verreisen? Dann gebt Turin bitte eine Chance und dem pittoresken Portofino, wo das Finale des Romans spielt. Da hab ich übrigens die Kardashians gesehen, umringt von Paparazzi, millionenschwere Jachten und das ganz große Geld, das keiner kennt – Großindustrielle und Erben ganzer Monopole. Wo man als Autor so überall hinkommt …

geschrieben von
Julia Fischer


  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: Knaur HC (3. April 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426226553
  • ISBN-13: 978-3426226551



Liebe Grüße,
Claudia

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